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500 „Mobile Retter“ im Neckar-Odenwald-Kreis

Die Walldürnerin Milena Schindler wurde nach absolvierter Schulung als 500. Mitglied im Team der Mobilen Retter Neckar-Odenwald-Kreis begrüßt. Das Bild zeigt sie mit dem Buchener DRK-Kreisgeschäftsführer Steffen Horvath (links) und Projektkoordinator Priv.-Doz. Dr. Harald Genzwürker.

Zahlreiche Ehrenamtliche aus der Blaulichtfamilie sind beim Kreislaufstillstand alarmierbar

Täglich erleiden Menschen überall in Deutschland einen Herz-Kreislauf-Stillstand, mehrfach pro Monat auch bei uns im Neckar-Odenwald-Kreis. Um hier im Notfall besser helfen zu können, werden seit Oktober 2018 ehrenamtliche Ersthelfer im Landkreis über ihr Smartphone alarmiert, wenn die Leitstelle aufgrund der Meldung über den Notruf 112 annehmen muss, dass Reanimationsmaßnahmen notwendig sind oder Ersthelfer bereits telefonisch anleitet.

„Die rettungsdienstliche Versorgung bei uns ist gut geregelt, aber die kritischen ersten Minuten sind nur durch beherzte Ersthelfer vor Ort oder eben durch rasch verfügbare Nachbarschaftshelfer zu überbrücken“, so Landrat Dr. Achim Brötel, der federführend an der Realisierung des Projekts im Neckar-Odenwald-Kreis beteiligt war. Die Klärung rechtlicher Rahmenbedingungen wie des Versicherungsschutzes der Helfer, Belange des Datenschutzes und nicht zuletzt der Aufruf zur finanziellen Unterstützung des durch Spenden getragenen Projektes: „Ohne die tatkräftige Hilfe des Landrats, des Mosbacher DRK-Kreisverbands mit seinem Präsidenten Gerhard Lauth sowie viele weitere Unterstützer wäre meine Idee, im Landkreis eine der Pilotregionen für ganz Baden-Württemberg zu werden, nie zur Umsetzung gelangt“, erinnert sich Projektkoordinator Priv.-Doz. Dr. Harald Genzwürker an die Planungsphase ab 2017 zurück. Als Sprecher der Leitenden Notärzte und langjährig aktiver Notfallmediziner wird er nicht müde, auf die wichtige Rolle von Ersthelfern beim Kreislaufstillstand hinzuweisen. „Die Idee von Mobile Retter und anderen Apps ist so einfach wie genial: zufällig in der Nähe befindliche qualifizierte Helfer werden über den Notfall informiert und können dadurch sehr schnell Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten und die Überlebenschancen dramatisch steigern. Wir helfen dem Zufall auf die Sprünge!“ Weitere Bausteine sind regelmäßige Schulungen und Infoveranstaltungen für Laien, die „Helfer vor Ort“-Gruppen der beiden DRK-Kreisverbände und die Verfügbarkeit von Laien-Defibrillatoren (AEDs), die ebenfalls mit der Smartphone-App verknüpft sind. 

Guido Wenzel, als Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Mosbach verantwortlich für die Integrierte Leitstelle und Vertragspartner für den App-Anbieter, betont die Wichtigkeit des Projektes als Beitrag zu einem „herzsicheren“ Neckar-Odenwald-Kreis. Neben dem großen ehrenamtlichen Engagement zahlreicher Helferinnen und Helfer aus der gesamten Blaulichtfamilie freut ihn auch die anhaltende finanzielle Unterstützung des Projekts. „Allerdings sind wir auch weiterhin auf Spenden angewiesen und freuen uns daher sehr, wenn bei verschiedenen Anlässen an die Mobilen Retter gedacht wird. Ohne viele Zuwendungen von Firmen, Banken, Service-Clubs, Privatpersonen oder beispielsweise der Bürgerstiftung für die Region Mosbach wäre das schlicht nicht möglich.“

Große Freude löste dieser Tage die Schulung der 500. Mobilen Retterin aus. Passenderweise bei einem Training mit Dr. Genzwürker wurde die 19-jährige Milena Schindler für die Alarmierung freigeschaltet. Sie hat im Herbst 2024 ihre Prüfung zur Sanitätshelferin abgelegt, engagiert sich beim DRK-Ortsverein Walldürn in der HvO-Gruppe, bei Sanitätsdiensten sowie den Blutspendeterminen und ist jetzt auch beim Kreislaufstillstand über die App alarmierbar. „Dabei ist es egal, wo sie sich gerade aufhält – ob in Walldürn, an einem anderen Ort im Landkreis oder in einer der über 40 weiteren Mobile-Retter-Regionen: ist Milena zufällig in der Nähe, kann sie alarmiert werden und Hilfe leisten“, betont Genzwürker. Gemeinsam mit dem Buchener DRK-Kreisgeschäftsführer Steffen Horvath, nebenbei Notfallsanitäter und selbst von Anfang an bei den Mobilen Rettern dabei, überreichte er Milena Schindler stellvertretend für alle ehrenamtlichen Helfer einen Gutschein, den die Buchener Löwenwirte anlässlich des wichtigen Meilensteines für das Projekt spendiert hatten.

Info: Wer bei den Mobilen Rettern im Neckar-Odenwald-Kreis mitmachen möchte, findet alle wichtigen Infos hier.