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„Damit umgehen, was wir fühlen, sehen und hören“

Teilnehmer der Schulung sowie ReferentinFoto: DRK-Kreisverband Buchen e.V.

Demenz Partner-Schulung beim DRK-Kreisverband Buchen e.V. gab Überblick zum Krankheitsbild Demenz, zu den Symptomen und den Auswirkungen

Wie der Umgang mit Menschen gelingt, die an Demenz erkrankt sind, stand jüngst im Mittelpunkt bei einer Demenz Partner-Schulung beim DRK-Kreisverband Buchen e. V.. Michaela Langer, Fachkraft für Gerontopsychiatrie und Mitglied des Arbeitskreises Gerontopsychiatrie & SAPV e. V., gab einen umfassenden Überblick zum Krankheitsbild Demenz, zu den Symptomen und den Auswirkungen sowie mögliche Lösungsansätze im Umgang mit erkrankten Menschen. Dabei machte Langer deutlich: „Es gibt nicht das eine Patentrezept, mit dem der Umgang gelingen kann. Demenz hat viele Gesichter, jeder erkrankte Mensch ist anders und damit wird auch jede Situation anders sein“, erklärte die Referentin. „Wir müssen damit umgehen, was wir im Umgang mit den Menschen fühlen, sehen oder hören.“

Anzeichen einer Erkrankung können beispielsweise Verwirrtheit, fehlende adäquate Reaktionen auf Situationen, nicht an das Wetter angepasste Kleidung, Schwierigkeiten, auf Fragen zu antworten, sowie das Wiederholen gleicher Aussagen sein. Gleichzeitig warnte Langer davor, einzelne Auffälligkeiten vorschnell als Anzeichen einer Demenz zu werten. „Nicht jeder, dem mal ein Wort nicht einfällt oder der Dinge verlegt hat, hat gleich automatisch Demenz.“ Umso wichtiger sei eine fundierte Diagnostik. Ärztinnen und Ärzte müssten beurteilen, ob eine Demenz vorliegt und um welche Form es sich handelt. 

Neben den Herausforderungen lenkte Langer den Blick auch auf Fähigkeiten, die Menschen mit Demenz häufig lange erhalten bleiben. So hätten Menschen beispielsweise ein feineres Gespür für Gefühle und Fähigkeiten wie das Tanzen oder Singen gingen nicht verloren und die Kindheit sei sehr präsent. Für den Umgang mit Erkrankten sei es deshalb wichtig, die eigene Kommunikation und das eigene Verhalten an die jeweilige Situation anzupassen. Er dürfe nicht überfordernd sein, sondern müsse auf Augenhöhe stattfinden. „Sprechen Sie in einfachen Sätzen, stellen Sie geschlossene Fragen und geben Sie Sicherheit und Orientierung.”

Da viele Angehörige die Pflege ihrer demenziell erkrankten Familienmitglieder selbst übernehmen, seien die Angebote des DRK, die Entlastungs- und Unterstützungsmöglichkeiten für Betroffene und ihre Angehörigen bieten, von großer Bedeutung. Gesprächskreise, hauswirtschaftliche oder hausmeisterliche Dienstleistungen sowie der Fahrdienst können die nötige Entlastung und Abstand bringen. „Auch wenn es nur eine Stunde ist. Für pflegende Angehörige ist diese Stunde da, um durchzuatmen und kurz Zeit für sich selbst zu haben.“ Eine zentrale Botschaft gab sie den Mitarbeitenden zum Abschluss mit auf den Weg: „Sie können die Menschen nicht ändern, aber Sie können Ihr eigenes Verhalten im Umgang mit ihnen anpassen.“

Kreisgeschäftsführer Steffen Horvath dankte Michaela Langer für ihre Bereitschaft, die Mitarbeitenden zu schulen, und überreichte ihr ein Präsent. „Demenz begegnet uns in unserer Arbeit in vielen Bereichen. Umso wichtiger ist es, dass unsere Mitarbeitenden wissen, wie sie den betroffenen Menschen begegnen und sie bestmöglich unterstützen können“, so Horvath.